2012-02-28 Tipp: Hänsel+Gretel
Geschrieben von: Administrator
Im Sommer 1962 (vor genau 50 Jahren) wurden vom Aschaffenburger Studienrat Georg Osseg die wahren Hintergründe zu „Hänsel und Gretel“ aufgedeckt. Nach dem Vorbild des Archäologen Heinrich Schliemann, der die sagenhafte Stadt Troja mit Hilfe von Homers Ilias ausfindig machte, spürte Ossegg die Handlungsorte von „Hänsel und Gretel“ im Spessart auf. Mittels Ausgrabungen konnte Ossegg belegen, dass er die Quelle (die zweite Ausgabe von Grimms „Kinder- und Hausmärchen“) hinsichtlich der Ortsangaben richtig gedeutet hatte.
Allerdings gab es starke Zweifel am Verlauf der Handlung, wie sie die Grimms geschildert haben. Ausgiebige Recherchen in Kirchenbüchern, Protokollen und weitgehend unbeachteten Archivalien brachten schließlich Licht ins Dunkel. Ossegg war einem spektakulären Mordfall aus dem 17. Jahrhundert auf die Spur gekommen:
Die von den Grimms als bösartige Hexe geschilderte Frau war in Wirklichkeit die junge Lebkuchen-Bäckerin Katharina Schraderin. Der Nürnberger Hofbäcker Hans Metzler hatte sie aus Neid und Missgunst der Hexerei bezichtigt. Die junge Frau widerstand jedoch der Androhung von Folter, und musste freigesprochen werden. Sie zog sich in einer abgelegenen Waldgegend des Spessarts zurück. Hans und dessen Schwester Grete setzten ihr nach, spürten sie schließlich hier auf, und brachten sie um – vermutlich wegen eines vermeintlich gutgehüteten Lebkuchenrezeptes.
Ein Jahr nach Osseggs Recherchen hat der Autor Hans Traxler die Ergebnisse der akribischen Forschungsarbeit in Wort und Bild veröffentlicht.
Die Universität Marburg (wo auch die Grimms studierten) hat vor einiger Zeit die Ossegg-Funde und eigene didaktischen Materialien zu einer wunderbaren Ausstellung aufbereitet. Ulm, Steinau und Schleswig waren die bisherigen Stationen. Bevor die Ausstellung im Brüder Grimm-Haus in Steinau an der Straße im Spessart auf Dauer installiert wird, darf sie der Freundeskreis „Süßes Löchle“ zeigen.
Ausstellungszeiten:
- vom 13. März bis zum 26. Mai (zu den Café-Öffnungszeiten)
Illustrationen in der Gaststube – Exponate im Innenhof
Führungen:
- Freitag den 16.03. und Freitag den 23.03. – jeweils um 18.30 Uhr
Präsentation / Vortrag und Führung – mit Bewirtung
(auf Wunsch auch öfter; individuelle Gruppen-Führungen auch nach Vereinbarung)
Wir freuen uns natürlich über viele begeisterte Besucher und Zuhörer – und natürlich auf entsprechend großzügige Spenden.
Der Freundeskreis bedankt sich
- beim Verlag Zweitausendeins für die Nutzungsrechte
- bei der Philipps Universität Marburg und beim Museum Ulm für die Beiträge
- bei „Mussler Küchen“ und bei der „Engel Apotheke“ als Sponsoren.
Hans Traxlers Buch (Reclam-Heft – ISBN 3150184959) kann im „Süßen Löchle“ erworben werden – danke an die Buchhandlung Martin Schwab.